2

Guten Tag, ich bin die mit dem Schreibfestival!

Als ich im letzten Jahr das SCHREIBFESTIVAL AM SEE hier in Konstanz ins Leben gerufen habe, habe ich nicht im mindesten geahnt, dass das bei den Menschen um mich herum nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird. Seitdem bin ich „die mit dem Schreibfestival“ und werde immer wieder (aus wirklich unerwarteten Richtungen) gefragt: „Machst du dieses Jahr wieder ein Schreibfestival?“

Es hat aber auch großen Spaß gemacht, dieser Sonntagnachmittag in der Konzertmuschel im Konstanzer Stadtgarten. Nach anfänglichem Nieselregen dann doch Sonne – und rund 40 schreibbegeisterte Menschen, übers Papier gebeugt und in die gemeinsame Diskussion vertieft. Herrlich war das! Und ja, auch für mich stand die Frage an: Wiederhole ich das noch mal?

Die Antwort lautet: 2017 wird es kein Schreibfestival in der Konzertmuschel geben. Leider! Denn der organistorische Aufwand, um das Ding finanzierbar zu machen, ist mir einfach zu groß. Aber… und jetzt kommt es, liebe Leute, ich habe natürlich nicht aufgehört „die mit dem Schreibfestival“ zu sein. Mich reizt es immernoch, ungewöhnliche Räume zum Schreiben zu entdecken. Und ich will immernoch Menschen aus der Bodenseeregion (und von woanders her) zusammenbringen und ihre kreativen Schätze ans Licht bringen.

Mit etwas Glück wird es im November eine Veranstaltung von und mit mir geben, dann eben nicht unter freiem Himmel, sondern indoor – aber selbstverständlich in Räumlichkeiten, die schön und inspirierend sind. Gerade trage ich schon Material zusammen und experimentiere und probiere rum. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Aber euch kann ich es schon mal flüstern: Es wird supergut!

Übrigens: Falls ihr selbst mal in eurer Stadt ein Schreibfestival oder ein anderes literarisches Fest ins Leben rufen wollt, dürft ihr mich natürlich als Schreibcoach buchen. Ich komme gerne!

2

Schreiben Sie noch, Herr Maack?

Es gibt Literaturpreis-Dankesreden, die sind… naja… ganz nett. Und dann gibt es diese eine Rede von Autor Benjamin Maack, der im vergangenen Dezember den Herrmann-Hesse-Literaturförderpreis gewonnen hat (hier könnt ihr sie anhören). Und die ist überaus bemerkenswert.

Warum?

Weil sie sehr, sehr persönlich ist.

Maack hat sein letztes Buch, den Erzählband „Monster“ im Jahr 2012 veröffentlicht, das ist mittlerweile fünf Jahre her – eine verdammt lange Zeit für den Literaturbetrieb. In seiner Preisrede antwortet er daher auf die (durchaus berechtigte) Frage eines Jurymitglieds: „Schreiben Sie noch, Herr Maack?“, und erzählt darin von der schwersten Zeit seines Lebens, von Zusammenbruch, Depression und Beinah-Tod.

Besonders berührt hat mich die Aufrichtigkeit und Klarheit mit der Maack von dieser Zeit erzählt – gerade heraus, ohne zu beschönigen, aber auch ohne zu viel Aufhebens um seine Person zu machen. Und er ringt dieser Krise ihre eigene Schönheit ab, ihre eigene literarische Qualität – die Krise, von der er sagt, dass sie das vermutlich Beste war, was ihm passieren konnte.

Während der letzten Jahre, so antwortet Maack dann auf die gestellte Frage, habe er kaum geschrieben. Aber: „Ich habe nie aufgehört, die Welt als Schriftsteller zu betrachten.“ Und ich glaube, das ist die Essenz dieses kleinen Stücks Literatur, das er da auf dem Podium ins Karlsruhe zu Gehör gibt.

Und ja, ich warte auf sein neues Buch… oder was immer es sein wird. 😉

4

Merkwürdig, dieses Schreiben

Ich staune gerade darüber, auf welch merkwürdige Weisen meine Texte zu mir kommen. Jedes Mal ist es wieder anders. Jedes Mal fühlt es sich anders an.

Es gibt Texte, die treffen mich wie eine Seifenblase, zerplatzen auf meiner Haut und kleben an mir, bis ich sie aufgeschrieben habe.

Es gibt Texte, die kommen zu mir wie Eichhörnchen, ganz schnell und leicht, hier, meine Liebe, eine Nuss für dich! Weiterlesen

11

Schreibblockade – oder bittet dein innerer Kritiker zum Gespräch?

Vorneweg: Ich glaube nicht an Schreibblockaden. Und dennoch war da in den letzten Wochen so ein merkwürdiges Gefühl. Nichts ging vorwärts. Weder beim Schreiben noch bei meinen sonstigen kreativen Unternehmungen. Irgendwie…  war ich blockiert.

Das war vor allem deshalb merkwürdig, weil es vorher so schön flutschte. Weil ich das Gefühl von Energie und Leichtigkeit in mir hatte und ich gerne gehabt hätte, dass es ewig so weitergeht. Aber wie das so ist mit dem Leben: Mal surft man mit der Welle… und mal liegt man zappelnd auf dem Trockenen und fragt sich, was das soll.

Kein so angenehmes Gefühl. Da so rumzuliegen und zu zappeln und dann gleich noch an allem zu zweifeln… an sich selbst und der eigenen Tatkraft. Weiterlesen

17

Ich kann nicht schreiben – oder?

Zu Schulzeiten dachte ich, ich sei unsportlich. Beim 1.000-Meter-Lauf hechelte ich meinen Klassenkameraden jedes Mal hinterher. Beim Volleyball ging ich vor dem Ball in Deckung und hoffte, dass es mir keiner krumm nahm. Für mich war ganz klar: Ich kann kein Sport. Ist hald so.

Das ist genau das, woran ich denken muss, wenn Menschen mir erzählen, dass sie nicht schreiben können. Dass sie noch nie gut darin waren, wenn es darum ging sich schriftlich auszudrücken. Schon damals im Deutschunterricht nicht. Ist hald so.

Wenn ich diese Geschichte höre, habe ich immer einen Impuls in mir: Ich möchte laut schreien.

Sehr laut. Weiterlesen

0

Netzwerktreffen für Schreibcoaches

Schreibcoaching Bodensee

Ahhh, ich mag es. Menschen treffen, die ebenso wie ich Kreativitätsanstifter sind. Die ein Faible für Sprache, Literatur und Schreiben haben… und ihre Begeisterung dafür weitergeben. Und hier ist der nächste Termine dafür:

Freitag, der 5. Mai 2017, 9:00-17:30 Uhr

Netzwerktreffen des Arbeitskreis Schreiben und Schreibcoaching

Schloss Hersberg in Immenstaad am Bodensee

Ich bin auf jeden Fall dabei!

Zum einen, weil ich die bunte Mischung an Menschen mag: Die einen unterrichten Schreiben im wissenschaftlichen Kontext – die anderen organisieren Schreib- und Kreativwerkstätten. Die einen interessieren sich für autobiographisches Schreiben im therapeutischen Kontext – die anderen machen Schreibreisen mit Eseln. Austausch ist also vorprogrammiert!

Zum anderen mag ich das offene Format des Treffens: Der Tag wird zwar von zwei, drei Initiatorinnen organisiert, lebt aber von dem, was das Kollektiv an Ideen und Vorschlägen einbringt. Beim vormittäglichen Barcamp kommt man spontan zu kleinen Themenrunden zusammen – und jeder, der einen Workshop anbieten mag, darf das tun. Im letzten Jahr habe ich einen Schreibworkshop zum Thema „Dada“ gemacht, in diesem Jahr gibt es von mir Buchtipps zum Thema „Kreative Lebensführung“. Es wird schön!

Anmeldungen nimmt Evelyn Selegrad (evelyn.selegrad@t-online.de) entgegen. Also, kommt vorbei 😉